EuGH-Entscheidung in der Rechtssache C-440/23 erlaubt Rückerstattungsklagen bei illegalen Glücksspielen
Geschrieben von Sage Franke · 3.6.2026

EuGH-Entscheidung in der Rechtssache C-440/23 erlaubt Rückerstattungsklagen bei illegalen Glücksspielen

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs in der Rechtssache C-440/23 vom April 2026 hat in Juni 2026 bereits erste praktische Auswirkungen gezeigt, denn nationale Verbote bestimmter Online-Casino-Spiele, Slots und Wetten bleiben mit EU-Recht vereinbar, während zivilrechtliche Rückforderungsansprüche für verlorene Einsätze ausdrücklich gestattet werden, wenn das Spiel in dem Wohnsitzland des Spielers wie Deutschland zum Zeitpunkt der Teilnahme illegal war.
Beobachter haben festgestellt, dass diese Klarstellung den Weg für deutsche Spieler freimacht, von Betreibern Erstattungen vergangener Verluste einzufordern, und zwar auch nach späteren regulatorischen Änderungen, während zugleich die Kompetenzen der Mitgliedstaaten bei der Beschränkung von Glücksspielen bestätigt werden.
Hintergründe der Rechtssache C-440/23
Die Rechtssache C-440/23 betraf Fragen zur Auslegung von EU-Vorschriften über den freien Dienstleistungsverkehr im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Glücksspielangeboten, wobei das Gericht feststellte, dass Mitgliedstaaten wie Deutschland Regeln erlassen dürfen, die bestimmte Online-Casino-Spiele, Slots und Sportwetten untersagen, ohne dass diese Maßnahmen gegen europäisches Recht verstoßen, und gleichzeitig zivilrechtliche Klagen auf Rückerstattung der Einsätze ermöglicht werden, wenn die Teilnahme zum maßgeblichen Zeitpunkt verboten war.
Deutsche Gerichte hatten Vorabentscheidungsfragen gestellt, weil Spieler nach früheren illegalen Aktivitäten auf Online-Plattformen nun Rückzahlungen verlangten, und der EuGH entschied, dass solche nationalen Bestimmungen mit dem Unionsrecht in Einklang stehen, solange sie verhältnismäßig und nicht diskriminierend ausgestaltet sind, während die Möglichkeit zivilrechtlicher Restitutionsansprüche ausdrücklich anerkannt wird.
Kernpunkte der EuGH-Entscheidung
Das Gericht stellte klar, dass EU-Recht nationale Verbote von Online-Glücksspielen nicht blockiert, wenn diese dem Schutz der Verbraucher und der öffentlichen Ordnung dienen, und zugleich erlaubt es zivilrechtliche Verfahren, in denen verlorene Einsätze zurückgefordert werden können, falls die Spiele im Heimatland des Spielers illegal waren, wie dies in Deutschland vor den jüngsten Liberalisierungen der Fall war, und dies gilt auch für Zeiträume vor regulatorischen Anpassungen.
Die Urteilsbegründung betont, dass Mitgliedstaaten weiterhin das Recht besitzen, den Zugang zu bestimmten Glücksspielformen einzuschränken, ohne dass Betreiber aus anderen EU-Ländern dies als Verstoß gegen Dienstleistungsfreiheiten geltend machen können, und gleichzeitig eröffnet die Entscheidung Spielern die Option, auf zivilrechtlichem Weg Schadensersatz oder Rückerstattungen durchzusetzen, wobei die genaue Ausgestaltung solcher Ansprüche den nationalen Rechtsordnungen überlassen bleibt.

Praktische Folgen für deutsche Spieler und Betreiber
In Juni 2026 berichten Anwaltskanzleien bereits von einer steigenden Zahl eingereichter Klagen, denn Spieler, die vor den neuen deutschen Lizenzregelungen auf nicht lizenzierten Plattformen gespielt hatten, können nun zivilrechtlich gegen ausländische Anbieter vorgehen, um verlorene Einsätze zurückzuerlangen, und diese Entwicklung beruht direkt auf der EuGH-Klarstellung, dass solche Restitutionsklagen mit EU-Recht vereinbar sind.
Betreiber sehen sich dadurch mit potenziellen Rückzahlungsforderungen konfrontiert, die sich auf vergangene Transaktionen beziehen, während gleichzeitig die Gültigkeit nationaler Verbote bestätigt wird, und Gerichte in Deutschland prüfen derzeit, wie die Vorgaben des EuGH in laufenden Verfahren umzusetzen sind, wobei die Verlinkung zum Urteil des Gerichtshofs in der Rechtssache C-440/23 als zentrale Referenz dient.
Rechte der Mitgliedstaaten bei der Glücksspielregulierung
Das Urteil bestätigt ausdrücklich, dass Mitgliedstaaten wie Deutschland eigenständig über die Zulassung oder das Verbot bestimmter Online-Casino-Spiele, Slots und Wetten entscheiden dürfen, solange die Maßnahmen mit den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit und Nichtdiskriminierung übereinstimmen, und diese Kompetenz wird nicht durch EU-weite Dienstleistungsfreiheiten eingeschränkt, während gleichzeitig der Schutz vor illegalen Angeboten durch zivilrechtliche Instrumente gestärkt werden kann.
Behörden in anderen EU-Ländern beobachten die Entwicklung, weil ähnliche nationale Regelungen nun ebenfalls auf ihre Vereinbarkeit mit dem EuGH-Urteil geprüft werden, und die Entscheidung schafft damit eine einheitliche Grundlage für die Bewertung von Restriktionsmaßnahmen im Glücksspielbereich, ohne dass ein vollständiger Harmonisierungsdruck entsteht.
Ausblick auf weitere Entwicklungen
Rechtsexperten analysieren derzeit, wie sich die EuGH-Vorgaben auf bestehende und zukünftige Lizenzmodelle in Deutschland auswirken werden, denn obwohl die Liberalisierung voranschreitet, bleiben Rückforderungsansprüche für frühere illegale Aktivitäten möglich, und dies könnte zu einer Vielzahl von Einzelfallentscheidungen führen, die wiederum die Praxis der Betreiber beeinflussen.
Schlussfolgerung
Die Entscheidung in der Rechtssache C-440/23 hat somit sowohl die Regulierungskompetenzen der Mitgliedstaaten als auch die zivilrechtlichen Möglichkeiten für Spieler gestärkt, und in Juni 2026 zeigt sich bereits, dass deutsche Gerichte und Betroffene die neuen Spielräume nutzen, um offene Fragen der Rückerstattung zu klären, während die Grundsätze des EU-Rechts weiterhin gewahrt bleiben.