Gerichtliche Urteile ermöglichen Rückforderungen bei illegalen Online-Glücksspielen
Geschrieben von Freya Carter · 15.6.2026

Gerichtliche Urteile ermöglichen Rückforderungen bei illegalen Online-Glücksspielen

Deutsche Gerichte haben in den vergangenen Monaten mehrere Entscheidungen getroffen, die Spielern die Möglichkeit eröffnen, Verluste aus Online-Glücksspielen bei nicht lizenzierten Anbietern zurückzufordern, und diese Entwicklungen betreffen vor allem Verträge, die vor Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 geschlossen wurden.
Der Beschluss des Oberlandesgerichts Köln vom Januar 2026
Das Oberlandesgericht Köln bestätigte am 16. Januar 2026 eine erstinstanzliche Entscheidung, wonach ein Spieler eine Rückerstattung in Höhe von 25.600 Euro von einem nicht lizenzierten Anbieter wie Tipico verlangen kann, weil die zugrunde liegenden Verträge als nichtig galten. Das Gericht stützte seine Entscheidung auf die Regelungen des Glücksspielstaatsvertrags von 2012 sowie auf die Paragraphen 134 und 812 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, die nichtige Rechtsgeschäfte und ungerechtfertigte Bereicherungen betreffen. Beobachter haben festgestellt, dass diese Bestätigung des Urteils die Position von Spielern stärkt, deren Einsätze bei Anbietern ohne gültige Lizenz erfolgten.
Rechtliche Grundlagen nach dem GlüStV 2012 und dem BGB
Der Glücksspielstaatsvertrag von 2012 untersagte den Betrieb von Online-Glücksspielen ohne entsprechende Erlaubnis der zuständigen Behörden, und Verträge, die gegen dieses Verbot verstießen, galten als nichtig. Spieler konnten daher nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs die Rückzahlung ihrer Einsätze verlangen, wenn der Anbieter keine Genehmigung besaß. Gerichte in verschiedenen Bundesländern haben in ähnlichen Fällen bereits zuvor entschieden, dass die Betreiber die erhaltenen Beträge herausgeben müssen, und das Kölner Urteil reiht sich in diese Linie ein. Experten haben darauf hingewiesen, dass die Anwendung der §§ 134 und 812 BGB in solchen Konstellationen die Rückforderung ermöglicht, solange die gesetzlichen Fristen eingehalten werden.
Verjährungsfristen für Verluste aus dem Jahr 2016
Verluste, die im Jahr 2016 entstanden sind, unterliegen der regulären Verjährungsfrist von zehn Jahren, die am 31. Dezember 2026 endet, und Spieler müssen ihre Ansprüche bis zu diesem Stichtag geltend machen, um sie nicht zu verlieren. Das Oberlandesgericht Köln hat in seiner Entscheidung auch auf diese Frist hingewiesen und damit die Dringlichkeit für Betroffene unterstrichen. Daten aus vergleichbaren Verfahren zeigen, dass zahlreiche Klagen in den vergangenen Jahren erfolgreich waren, wenn sie rechtzeitig eingereicht wurden, und die Frist 2026 markiert daher einen entscheidenden Zeitpunkt für viele Fälle aus der Zeit vor dem neuen Staatsvertrag.

Der EuGH-Entscheid in der Rechtssache C-440/23
Der Europäische Gerichtshof wird am 16. April 2026 über die Rechtssache C-440/23 entscheiden, und diese Vorabentscheidung könnte die Auslegung der deutschen Regelungen zu illegalen Glücksspielverträgen weiter beeinflussen. Das Verfahren befasst sich mit Fragen der Vereinbarkeit nationaler Verbote mit europäischem Recht, und die Entscheidung könnte Auswirkungen auf laufende und künftige Rückforderungsklagen haben. Juristen haben die Bedeutung dieses Termins hervorgehoben, weil sie die Grundlage für weitere Urteile in deutschen Instanzen schaffen könnte, während die Frist für Verjährungsansprüche aus dem Jahr 2016 bereits im Dezember 2026 abläuft.
Entwicklungen im Juni 2026 und laufende Verfahren
Im Juni 2026 werden mehrere Verfahren vor deutschen Gerichten anhängig sein, die auf die Entscheidung des EuGH warten, und Betroffene beobachten die weiteren Schritte der Anbieter genau. Die Kölner Entscheidung hat bereits zu einer Zunahme von Anfragen bei Anwälten geführt, und Statistiken aus der Branche deuten darauf hin, dass die Zahl der Rückforderungsklagen bis zum Jahresende weiter steigen könnte. Gerichte in anderen Regionen prüfen parallel ähnliche Fälle, und die Kombination aus nationalen Urteilen und der europäischen Entscheidung wird die Rechtslage für Spieler aus der Zeit vor 2021 maßgeblich bestimmen.
Fazit
Die Urteile deutscher Gerichte und der bevorstehende EuGH-Entscheid schaffen eine klare Rechtsgrundlage für die Rückforderung von Verlusten bei nicht lizenzierten Anbietern, und die Verjährungsfrist bis Ende 2026 erfordert ein zeitnahes Handeln der Betroffenen. Judgment of January 16, 2026 (Tipico reimbursement case) hat die bisherige Rechtsprechung bestätigt und damit die Position von Spielern in vergleichbaren Situationen gestärkt. Die Entwicklungen im Jahr 2026 werden zeigen, wie sich die Kombination aus nationalen und europäischen Entscheidungen auf zukünftige Ansprüche auswirkt.