Nordrhein-Westfalen passt Online-Casino-Gesetz an und bereitet Lizenzvergabe vor
Geschrieben von Freya Carter · 27.7.2026

Nordrhein-Westfalen passt Online-Casino-Gesetz an und bereitet Lizenzvergabe vor

Der Landtag von Nordrhein-Westfalen hat einen Gesetzentwurf zur Änderung des Online-Casino-Gesetzes von 2022 eingebracht, der das Glücksspielstaatsvertrag von 2021 umsetzt und neue Regelungen für den Betrieb von Online-Casinos schafft. Der Entwurf sieht unter anderem die Live-Übertragung von Spielen aus stationären Casinos, die Einbindung von Dienstleistern sowie Anpassungen bei Lizenz- und Vergabeverfahren vor. Experten verfolgen diese Schritte genau, da sie den Rahmen für bis zu fünf Konzessionen schaffen sollen, sobald das Gesetz in Kraft tritt.
Hintergründe und Ziele der Gesetzesänderung
Das Online-Casino-Gesetz Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2022 bildet die landesrechtliche Grundlage für die Umsetzung des bundesweiten Glücksspielstaatsvertrags von 2021 und regelt die Voraussetzungen für legale Online-Glücksspielangebote. Mit dem neuen Entwurf reagieren die Verantwortlichen auf praktische Erfahrungen und technologische Entwicklungen, indem sie Bestimmungen für die Übertragung von Live-Dealer-Spielen aus physischen Casinos in das Online-Format aufnehmen. Dadurch können Betreiber stationäre Abläufe in Echtzeit streamen, während gleichzeitig klare Vorgaben für die technische und organisatorische Umsetzung gelten. Beobachter merken an, dass solche Regelungen den Übergang zwischen klassischem und digitalem Glücksspiel erleichtern, ohne die Kontrollmechanismen des Staatsvertrags zu lockern.
Wesentliche Neuerungen im Entwurf
Zu den zentralen Punkten gehören die Ermächtigung von Dienstleistern, die Aufgaben im Rahmen des Online-Betriebs übernehmen dürfen, sowie die Aktualisierung von Beschaffungs- und Lizenzierungsprozessen. Der Entwurf legt fest, unter welchen Bedingungen externe Anbieter in die Lieferkette eingebunden werden können, etwa bei der Bereitstellung von Plattformen oder bei der Abwicklung von Spielen. Gleichzeitig werden die Verfahren für die Vergabe von Konzessionen präzisiert, damit künftige Ausschreibungen reibungslos ablaufen. Diese Änderungen stehen im Einklang mit dem Ziel, ein sicheres und transparentes Marktumfeld zu gewährleisten, während der Zugang zu legalen Angeboten erleichtert wird.
Der aktuelle Gesetzgebungsprozess im Jahr 2026
Der Gesetzentwurf durchlief seine erste Lesung im Mai 2026 und erhielt am 10. Juli 2026 eine positive Empfehlung aus dem zuständigen Ausschuss. Damit ist der Weg für die weitere parlamentarische Behandlung frei, und eine Verabschiedung wird in den kommenden Wochen erwartet. Sobald das Gesetz verkündet ist, soll zeitnah eine Ausschreibung für bis zu fünf Online-Casino-Konzessionen starten. Vertreter des Landtags betonen, dass diese Schritte notwendig sind, um den Markt ordnungsgemäß zu regulieren und gleichzeitig den Anforderungen des Staatsvertrags gerecht zu werden. Weitere Details zum Entwurf finden sich in der Drucksache MMD18-18505 des nordrhein-westfälischen Landtags.

Auswirkungen auf Lizenzvergabe und Marktteilnehmer
Nach Inkrafttreten der Änderungen können Anbieter, die die neuen Vorgaben erfüllen, an der Vergabe von Konzessionen teilnehmen. Die geplante Obergrenze von fünf Lizenzen soll eine kontrollierte Marktentwicklung ermöglichen und gleichzeitig den Spielerschutz gewährleisten. Dienstleister erhalten durch die neuen Bestimmungen klarere Handlungsspielräume, was die Zusammenarbeit mit Lizenznehmern erleichtert. Behörden bereiten sich darauf vor, die Ausschreibung zügig durchzuführen, damit die Konzessionen noch im Laufe des Jahres 2026 vergeben werden können. Die Regelungen sehen zudem vor, dass Live-Streams aus stationären Casinos strengen technischen und rechtlichen Anforderungen unterliegen, um Manipulationen auszuschließen und die Integrität der Spiele zu sichern.
Einbindung des Glücksspielstaatsvertrags
Der Entwurf dient der weiteren Umsetzung des 2021 geschlossenen Glücksspielstaatsvertrags, der bundesweit einheitliche Standards für Online-Glücksspiel festlegt. Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland nimmt mit dieser Anpassung eine Vorreiterrolle ein und zeigt, wie landesrechtliche Vorschriften an aktuelle Entwicklungen angepasst werden können. Die Integration von Live-Streaming-Optionen erweitert das Angebot, bleibt jedoch an die Vorgaben des Staatsvertrags gebunden. Dadurch entsteht ein Rahmen, der sowohl den Betreibern als auch den Aufsichtsbehörden klare Leitlinien bietet.
Fazit
Die geplanten Änderungen im Online-Casino-Gesetz Nordrhein-Westfalen markieren einen wichtigen Schritt zur Modernisierung der Glücksspielregulierung im Bundesland. Mit der ersten Lesung im Mai 2026, der Ausschussempfehlung im Juli 2026 und der bevorstehenden Lizenzausschreibung für bis zu fünf Konzessionen zeichnet sich ein klarer Zeitplan ab. Die neuen Bestimmungen zu Live-Streaming, Dienstleistern und Vergabeverfahren schaffen die Voraussetzungen für einen geordneten Marktzugang, der den Anforderungen des Glücksspielstaatsvertrags entspricht. Der weitere Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens wird zeigen, wie schnell die Konzessionen vergeben werden können und welche Anbieter die neuen Vorgaben erfüllen.